Kommentar: Der Krieg in der Ukraine ist nicht nur für Menschen katastrophal

Tiere führen keine Kriege. Und doch sind sie – zusammen mit unschuldigen Zivilist:innen – oft am stärksten von den Kampfhandlungen betroffen. Die Ereignisse in der Ukraine belegen das.

Ein Team von PETA Deutschland befindet sich aktuell an der polnischen Grenze zur Ukraine und hilft so vielen Tieren wie möglich dabei, in Sicherheit zu gelangen.

Auch das rumänische PETA HELPS ROMANIA-Team Eduxanima ist in Rumänien an zwei Grenzübergängen im Einsatz und versorgt Tiere von geflüchteten Menschen.

Tieren wie der Katze Crimsee: Ihre verzweifelte Halterin hatte sie sich unter die Jacke gesteckt und sie zu Fuß 60km weit durch die eisige Kälte getragen, um aus der Kampfzone zu gelangen. Die arme Frau war so erschöpft, dass sie kaum noch stehen konnte. Jetzt sind sie und Crimsee in Sicherheit und bekommen von PETA Deutschland die nötige Unterstützung.

Das Team konnte auch auf einen Anruf über mehrere Hunde reagieren, die gemeinsam mit ihren Menschen die Grenze überquerten. Alle Involvierten waren geschwächt und verängstigt, doch nun wird ihnen geholfen.

In einem komplizierten Unterfangen hat PETA Deutschland die Lieferung von Decken und 20.000 kg Hunde- und Katzennahrung koordiniert (Stand 9. März; Update 17. März 2022: 120 Tonnen, redakt. Hinweis)*. Die Geschäfte in der Ukraine sind geschlossen und Vorräte fast vollständig aufgebraucht. Deshalb versucht das Team unermüdlich, die so dringend benötigten Güter ins Land zu schaffen. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht, viele davon mit kaum etwas als ihren geliebten Tieren bei sich. Doch an der Grenze herrscht noch immer Bürokratie und so ist der Ausgang der Flucht für viele ungewiss.

Einige Flüchtende konnten ihre geliebten Vierbeiner noch nicht einmal mitnehmen: sie mussten die herzzerreißende Entscheidung treffen, entweder im Kriegsgebiet zu bleiben oder sich über die Grenze in Sicherheit zu bringen, dabei aber ihre Hunde, Katzen und anderen tierischen Familienmitglieder zurückzulassend, wissend, dass diese verhungern oder auf andere schreckliche Weise sterben werden. Das ist falsch – aber im Krieg leider Realität.

Zunächst durften Menschen aus der Ukraine aufgrund von Gesundheitsvorschriften nicht mit ihren Tieren in andere Länder einreisen. Waren die Tiere nicht gechippt oder tätowiert und gegen Tollwut geimpft, durften sie die Grenze in die EU oder ins Vereinigte Königreich nicht passieren. PETA setzte sich auf humanitärer Grundlage für eine Änderung der Vorschriften ein und mittlerweile haben Polen, Rumänien, Litauen, Mexiko, Ungarn, Indien und andere Länder die Vorschriften gelockert – das Vereinigte Königreich und Deutschland jedoch bislang leider nicht. PETA wird die sich weigernden Länder weiterhin darauf drängen, Menschen auch zusammen mit ihren Tieren, denen sonst der Tod droht, Schutz suchen zu lassen.

Hunde und Katzen haben keine politische Gesinnung. Sie führen auch keine Kriege. Ihre Liebe ist bedingungslos. Menschen haben diese Krise geschaffen und nun dürfen wir die darin gefangenen Tiere nicht im Stich lassen. Wenn Sie diesen und anderen von Katastrophen getroffenen Tieren helfen möchten, spenden Sie bitte an PETAs Global Compassion Fund. Wir konnten damit bereits Tierrettungen auf der ganzen Welt unterstützen – vom aktuellen Krieg in der Ukraine und den Überschwemmungen in Australien sowie dem verheerenden Erdbeben in Mexiko 2017 bis hin zum Ausbruch des Taal-Vulkans auf den Philippinen oder der Explosion in Beirut 2020. Denn die Tiere brauchen jede Hilfe, die sie kriegen können.

(Aus dem Englischen übersetzt.)

* PETA Deutschlands Einsatz in der Ukraine und den Grenzgebieten können Sie auch in dem täglich aktualisierten Einsatz- und Informationsblog verfolgen.

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Ingrid Newkirk ist die Mitbegründerin von PETA und PETA Deutschland e.V..